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Ein Jahr unterwegs mit Testklassen Digitalisierung / Teil 1

09.12.2020
In welchen Fächern und Bereichen und in welchem Umfang bringt digitalisierter Unterricht Vorteile? Und wie lässt sich die kollegiale Zusammenarbeit mit digitalen Mitteln vereinfachen ? Das wird ab diesem Schuljahr an der Primarstufe Erlenmatt, der Sekundarschule St. Alban und am ZBA-Standort Gundeldingen getestet. Die Fach- und Lehrpersonen der Testschulen sollen noch vor den Herbstferien eigene «Detachables» – eine Art Mischung von Tablet und Laptop – erhalten ( oder haben diese schon bekommen). Die Schülerinnen und Schüler bekommen diese nach den Herbstferien.

«Es braucht gutes Coaching»

Bild Legende:

Ladina Guida, 6. Klasse Primarschule Erlenmatt

«Wir freuen uns riesig!» Die Begeisterung der Primarlehrerin ist fast greifbar. Seit geraumer Zeit schon testet die Primarstufe Erlenmatt digitale Formen der kollegialen Zusammenarbeit und hat auch schon mehrere Weiterbildungsformate durchgeführt. Jetzt aber geht’s richtig los. Ladina Guida und auch alle anderen Lehr- und Fachpersonen am Standort erhalten ihre eigenen Geräte. Nach den Herbstferien werden auch ihre Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse je eines bekommen. Das eröffnet völlig neue Optionen, denn bislang verfügte man gerade mal über zehn Geräte für drei Klassen!
Die eigenen Geräte werden das individualisierte Lernen enorm erleichtern. «Dadurch kann ein Kind ein einführendes Erklärvideo, etwa zu einem mathematischen Thema, so viele Male anschauen, wie es dies braucht», so die Lehrerin. «Darstellungen können vergrössert oder vereinfacht, Übungen beliebig viele Male wiederholt und das Lerntempo kann individuell angepasst werden. Für Projektarbeiten steht jederzeit das Internet zur Verfügung.» Allerdings müssten die Schülerinnen und Schüler gut gecoacht werden, betont Guida. Gerade im Internet bestehe die Gefahr, dass man sich dort verliere. Zwar seien sie von klein auf auf digitale Geräte konditioniert, dies aber vor allem im Zusammenhang mit Games oder lustigen Videos. Es gelte mit den Kindern anzuschauen, welche Informationen vertrauenswürdig sind und welche sich als Fake News herausstellen.
Immerhin: Im Fremdsprachenunterricht, im Mathematikunterricht (mit dem Rechentraining von «Mein Klett») und im NMG-Unterricht wurden ja bereits Erfahrungen mit digitalen Lehrmitteln gesammelt. «Die Euphorie der Kinder wird anfangs sicher gross sein! Und auch ich freue mich darauf, mit der Klasse ganz neue Tools und Funktionen kennenzulernen. Die Kinder können zum Beispiel selber Lernvideos oder MiniBooks erstellen, sie können mit dem Zeichenprogramm arbeiten und nach Lust und Laune illustrieren.» Gleichwohl werde der analoge Unterricht weiterhin wichtig bleiben, denn gerade in ihrer Klasse mit sehr vielen leistungsschwachen Kindern müsse der Unterricht einfach, klar und strukturiert sein.

Yvonne Reck Schöni
Fotos: Grischa Schwank

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